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Blau ist das weiß der Frauen (Teil I)

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ich weiß ja nicht, wie es der schweigenden Mehrheit meiner männlichen Mitstreitern geht, aber ich meine: Die Frauen bei uns haben es viel zu einfach! Platztechnisch natürlich. Deshalb heute mal einen polarisierenden Beitrag zu diesem Thema, über das die Männer vorzugsweise in Abwesenheit der Frauen schwadronieren und insbesondere dann, wenn sie beim Turnier mal wieder von denselbigen rasiert worden sind.

Der Ursprung meines heutigen Beitrags hat übrigens mehrere Gründe: Zum einen prägt vor ein paar Tagen eine liebe Golffreundin bei einer kleinen Runde im Clubrestaurant den tiefsinnigen Satz „Blau ist das weiß der Frauen“. 

Auch wenn diese fundamentale Aussage im Kontext diverser belangloser Reden das Licht der Welt erblickte, hat sie für sich alleine  - mit einer kunstvollen Pause davor und danach - ein fast allumfassende pilosophische Tiefe , deren Bandbreite sich erst beim ausführlichen Beschäftigen damit erschließt. Ähnliche Begeisterung rief bei mir nur der denkwürdige Satz der ersten Tagesthemensprecherin Ulrike Wolff (die Ü40er erinnern sich) hervor, die seinerzeit die Abmoderation mit dem denkwürdigen Satz beendete "Was bleibt ist das Wetter von morgen..." Und jetzt, über 30 Jahr später: "Blau ist das weiß der Frauen"... nicht zu fassen. Aber gut, ich komm' wieder runter und auch nicht jeder mag hier meine Begeisterung teilen.

Der andere - nicht weniger gewichtige Grund - ist die Tatsache, dass es in ein paar Tagen zur definitiven Klärung der eingangs aufgestellten These, dass es Frauen bei uns einfacher haben, kommen wird. Dazu aber in Teil II mehr. Ich muss den Beitrag in zwei Teile zerlegen, da er sonst zu lang wird und es auch in einer halben Stunde Essen gibt. Also steigen wir direkt ein:

Golfplätze sind von Männer für Männer gebaut. Ich habe jedenfalls noch nie von einer Golfplatzarchitektin oder einem Frauengolfplatz gehört. Das erste offizielle Golfturnier für Frauen wurde 1810 in Musselburgh (GB) veranstaltet, über 50 Jahre nach Gründung des alterwürdigen Royal & Ancient Golf Club of St Andrews. Es gibt heute noch Golfclubs, die den von Männern so oft (natürlich unter vorgehaltener Hand) zitierten Spruch "No woman, no dogs" real praktizieren. Zack, jetzt ist es raus, was die Männer so unter sich erzählen und ich schmeiss auch gleich einen Fünfer ins Machosparschwein. Aber bevor ich es mir mit allen Frauen gänzlich versaue: Natürlich ist es toll, dass ihr Frauen unser geliebtes Hobby mit uns teilt. Und ich kenne auch kaum Frauen mit denen man nicht eine tolle Golfrunde spielen kann.

Nur Lady's: ihr habt es bei uns zu einfach! Es gibt Bahnen, bei denen zwischen Herren -und Damenabschlag ein Baumarkt plaziert werden könnte. Ganz abgesehen von der Tatsache, dass die Damenabschläge oft wirken, als ob diese irgenwo auf dem Fairway oder besser am Rande davon plaziert wurden. Vorzugsweise natürlich alle h i n t e r den diversen Hindernissen, wie Gräben, Wasser und Bäume, die wir vom Herrenabschlag überqueren müssen. Wir sehen aus der Ferne von Gelb enge Bahnen, schöne Seelandschaften und können manchmal das Fairway nur erahnen, während sich direkt nach dem Damenabschlag unsere Drivelandezone in ihrer gesamten Breite darstellt. Selbst veritable Sockets landen von hier noch auf dem Fairway. Wasser überqueren? Nur wenn es regnet. Bäume im Weg? Höchstens bei 90 Grad Abschlägen.

Es ist natürlich in der Tat so, dass die meisten Frauen im Durchschnitt einen kürzeren Abschlag haben, weshalb es natürlich richtig ist, diesen physischen Nachteil durch kürzere Spielbahnen auszugleichen. Aber muss der Abschlag deswegen gleich mitten auf dem Fairway plaziert sein? Aber selbst dass mag ja noch vertretbar sein, schließlich lägen eingebaute Hindernisse nach dem Frauenabschlag des öfteren in unserer Landezone (wenn wir nicht gerade „faden“, sprich slicen). Das aber die Spielvorgabe von Rot alle erwähnten Vorteile nur mit maximal 2 Schlägen weniger berücksichtigt ist der eigentliche Casus Knacktus. Zwei Schläge auf 18 Bahnen, Hallelujah! Dafür kein Wasser, keine Bäume, keine Doglegs. Wir Y-Chromosomen würden Traumergebnisse erzielen und hätten in jedem Fall einen Haufen Bälle gespart. Und das führt mich ansatzlos zur Einleitung des Teil II:

Vor nicht allzulanger Zeit wurde vereinbart, in einem kleinen Turnier Frauen versus Männer ein für alle Mal zu klären, ob bzw. das die Frauen es einfacher haben und wir Männer vom Damenabschlag locker den Platz zerlegen. Genau, wir Männer schlagen bei dem Turnier auch von Rot ab.

Wobei... nicht auszudenken wenn wir Männer von rot versagen würden. Ein gemeinsamer Wechsel in den nächsten Minigolfclub wäre in dem Fall wahrscheinlich die sinnvollste Lösung. Teil II wird hierüber ausführlich berichten.
 

Datum: 16 May 2010


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